Es toben ja, jedenfalls aus netzpolitischer Sichtweise derzeit einige "Kriege" im Internet, die durch so genannte Netzaktivisten immer wieder gepusht werden. In einigen Punkten finde ich durchaus, dass diese Leute mitunter recht haben. Allerdings nur grundlegend.
Sie fordern Freiheit für das Internet, entsprechende Neuregelungen für das Urheberrecht, welches sich am Internet mit orientieren sollte uvm.
Da gibt es dann z.B. die Piratenpartei, die bislang noch nicht wirklich politische Bewegung voran treiben kann, außer vielleicht "Wahlverweigerer" wieder an Wahlen teilhaben zu lassen (So ein Pirat kürzlich selbst in einem Interview). So wirklich politische Themen, die auch Deutschland außerhalb der Netzkultur voran treiben, sind noch nicht deutlich erkennbar.
Und dann passiert es; man wage sich doch tatsächlich zu äußern, dass man sich noch nicht für die Partei der Piraten (Piraten sind und bleiben Piraten, hier und in Somalia?) begeistern kann und es beginnt auf einen einzuprügeln.
Verbalattacken der Parteifreunde knallen auf Dich ein und es wird immer wieder, durchaus energisch darauf verwiesen, wie fortschrittlich die Partei doch sei und man als "Computerfachmann" oder wie auch immer, sich doch dem anschließen müsse.
Ich muss gar nichts außer sterben!
In sehr vielen Gesprächen und/oder auch Diskussionen wird immer wieder deutlich, dass eine Kontroverse die nicht der Meinung der Netzaktivisten entspricht, einfach mal nicht akzeptiert oder gar respektiert wird.
Leute, merkt ihr die Einschläge noch?
Wenn wir in einem demokratischen Kontext doch gemeinsam der Gesellschaft verpflichtend voran schreiten wollen, dann mit Respekt für beide Seiten. Engstirnigkeit bringt viele nur kurzzeitig dahin, wo andere schon wieder gesunken sind (Slang der Piratenpartei u.a.).
Oh, man darf anmerken, dass ich auf eine der ersten Sitzungen der Piraten in Frankfurt anwesend war und mir ein pseudointellektueller Shitstorm einfach nicht ausreichte, um darin mitzuwirken.
Auch haut mich nicht vom Hocker, dass auf einem Parteitag der Piraten 2500m Kabel verbaut wurden. (Was für eine reißerische Meldung in den Medien.)
Es gibt aber auch noch weitaus mehr dieser Ausprägungen, die eine eigene Meinung nicht respektieren und akzeptieren. So auch in Sachen Bundestrojaner und deren Auswirkungen zum Ende des Jahres 2011. Da wird reißerisch die Bewegung des CCC genutzt, um aus jeder Spatzenkanone zu schießen, wenn gleich ich damit die Berechtigung solcher Untersuchungen des CCC nicht in Abrede stelle. Allerdings den populistischen Schrotthaufen, der sich daraus dann entwickelte.
Quengel, quengel, quengel und nörgel. Das waren in der Hinsicht die einzigen Dinge, die zu lesen waren. Öffentlich betrachtet konnte man auch von kritischen Netzaktivisten kaum Vorschläge finden, wie man denn in Deutschland wirksam sich gegen eine Kriminalisierung und Strafvereitelung im digitalen Sinn aufstellen kann.
Das in diesem Zusammenhang Verletzungen an Recht & Gesetz geschehen sind, ist wohl auch eine Folge der Aussichtslosigkeit einiger Behörden, die versuchen, der zunehmenden Kriminalität im Internet entgegen zu treten.
Wer von den Netzaktivisten hat sich denn mal aktiv mit einer der betroffenen Behörden unterhalten und Hilfe dahin gehend angeboten, wie man der Kriminalität entgegen treten kann und dennoch demnokratisch das Grundrecht wahre?
Die Zeichen der Zeit sind auch nicht gerade gehört, wenn man lesen kann, wie sich eine breite Front gegen Facebook aufstellt. Gleiche allerdings, die sich gegen Facebook wehren, plaudern locker & flockig in Google+. An sich ein Widerspruch in sich, da sich insbesondere diese beiden Netze, aber auch andere nichts schenken. Die einen regeln das so und die anderen so.
Man erröte am Zorn der Netzaktivisten, wenn diese gegen die "Bildübereignung" der hochgeladenen Bilder in Facebook schießt, nutze aber seit Jahr und Tag den Messenger Dienst ICQ, der zu besten Zeiten das Recht aller übertragenen Daten darüber, einfach für sich beanspruchte.
Im Zuge von Veränderung und Verschmelzung von realen Welten und Netzwelten, sollte man einfach nicht mehr ganz so spießig sein.
Ups, sagte ich spießeig. Dabei wollen insbesondere Netzaktivisten doch so fortschrittlich sein. Das sehe ich, aus o.g. Informationen gerade nicht so!
Gebe Preis im Internet, egal in welchem Kreis Du dich bewegst, was Du morgen auch über Dich auf Seite 1 der Tageszeitung lesen willst.
Grundlegend doch darf man dazu doch anmerken, dass viele der Netzaktivisten sich stark engagieren, wenn es lediglich um eigene Interessen geht. Andere, der breiten Netzmasse dienlichen Themen, muss man sich ja nicht widmen.
Zeigt doch mal auf, was und wie ihr etwas ändert wollt.
Dies gilt selbstverständlich für alle Parteien, die sich derzeit in Deutschland tummeln und auch für die, die sich Netzaktivisten nennen.
In diesem Sinne, habt Freude am Internet.
Marko
Kommentar schreiben
Subkommentare ausblenden